Standardisierte Datenerhebung

2010

zum Nachweis von Diskriminierung?! – Bestandsaufnahme und Ausblick

- Steckbrief zur Machbarkeitsstudie -

Messung von Diskriminierung anhand quantitativer Daten – Möglichkeiten und Grenzen

  • Bevölkerungs- und Verwaltungsstatistiken erlauben einen ersten Überblick über Ungleichheiten zwischen benachteiligten Personengruppen und der Gesamtbevölkerung. Allerdings ermöglichen diese keine verlässlichen Aussagen über den Einfluss von Diskriminierung.
  • Befragungen der Mehrheitsbevölkerungen über Einstellungen zu Minderheitengruppen sind als zusätzliche Informationen sehr wichtig. Sie weisen auf ein gesellschaftliches Klima hin, in welches Diskriminierung eingebettet ist.
  • Befragungen benachteiligter Personengruppen liefern Einblicke in die subjektive Dimension von Diskriminierung und sind für bestimmte Fragestellungen – wie zum Beispiel in Bezug auf Bewältigungsstrategien und den psychischen Folgen – von zentraler Bedeutung.
  • Testing-Studien führen zu überzeugenden, validen Ergebnissen über das Vorliegen einer Diskriminierung.
  • Statistiken zu Diskriminierungsbeschwerden knüpfen an die subjektive Erfahrung der Betroffenen an, gehen jedoch meist darüber hinaus.
  • Statistiken aus dem Bereich der Rechtsprechung können zum Nachweis von Diskriminierung Verwendung finden. Eine Umfrage unter den Landesarbeitsgerichten zeigte jedoch, dass diskriminierungsrelevante Gerichtsverfahren nicht expliziert erfasst werden.

Überblick: Landschaft von Anlauf- und Beratungsstellen

Die Autor*innen stellen fest, dass Deutschland derzeit noch von einer flächendeckenden Versorgung mit Antidiskriminierungsberatung und einer einheitlichen Erfassung von Diskriminierungsfällen weit entfernt ist.

  • Der Mehrzahl der Beratungsstellen fehlen die Sensibilität für Diskriminierungsthemen sowie die Kompetenz einer professionellen Antidiskriminierungsberatung.
  • Die vorhandenen Unterstützungsangebote sind nicht im gleichen Maßnahme für die betroffenen Personengruppen verfügbar oder zugänglich.
  • Die meisten der Anlauf- und Beratungsstellen dokumentieren ihre Beratungsarbeit kaum oder gar nicht.

Dennoch lassen sich bei einer steigenden Zahl von Beratungsstellen nicht nur professionelle und qualifizierte Antidiskriminierungsberatung, sondern auch Entwicklungen hin zu einer intensivierten Vernetzung und einer standardisierten Beschwerdedokumentation beobachten.