Erhebung von subjektiven Diskriminierungserfahrungen

2016

Erste Ergebnisse von Testfragen in der SOEP Innovations-Stichprobe 2016

- Steckbrief zum Forschungsprojekt -

Häufigkeit von Diskriminierungserfahrungen

  • Der Anteil der Befragten, die von Diskriminierung aufgrund mindestens eines AGG-Merkmals berichten, liegt insgesamt bei 13,1 Prozent. Werden auch Diskriminierungserfahrungen berücksichtigt, die an Merkmale anknüpfen, die nicht vom Schutzbereich des AGG umfasst sind (z. B. sozialer Status), dann steigt der Anteil der Befragten mit Diskriminierungserfahrungen auf 16,1 Prozent an.
  • Die Ergebnisse liefern deutliche Hinweise auf die strukturelle Benachteiligung bestimmter gesellschaftlicher Teilgruppen. Beispielsweise berichten Frauen mit 5,2 Prozent rund viermal so häufig von Geschlechterdiskriminierung als Männer (1,2 Prozent).
  • Zudem zeigt sich, dass manche Teilgruppen auch ein höheres allgemeines Diskriminierungsrisiko haben: So berichten z. B. Personen mit einer Schwerbehinderung oder Erwerbsminderung nicht nur sehr viel häufiger von Benachteiligung aufgrund einer Behinderung, sondern auch von Diskriminierung insgesamt (also unabhängig von einem bestimmten Merkmal).

Diskriminierungserfahrungen in ausgewählten Lebensbereichen

  • Lebensbereiche, in denen das AGG hauptsächlich Anwendung findet, werden mit am häufigsten als Orte von Diskriminierungserfahrungen genannt: Knapp die Hälfte (48,5 Prozent) der von Diskriminierung Betroffenen berichtet von Benachteiligung im Arbeitsleben; Benachteiligung beim Zugang zu Geschäften und Dienstleistungen haben 35,1 Prozent gemacht.
  • Aufgrund der Art der Abfrage können keine Aussagen zur Häufigkeit von Diskriminierungserfahrungen aufgrund der unterschiedlichen Merkmale in einzelnen Lebensbereichen gemacht werden. Hier sollte eine Weiterentwicklung der Testfragen ansetzen.

Zusammenhang mit Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden

  • Die ersten Auswertungen zeigen, dass Befragte mit Diskriminierungserfahrungen ihre Lebenszufriedenheit und ihren Gesundheitszustand durchschnittlich deutlich schlechter bewerten als Menschen ohne Diskriminierungserfahrungen.
  • Zukünftige Analysen müssen zeigen, inwiefern diese Zusammenhänge unter Kontrolle weiterer möglicher Erklärungsfaktoren bestehen bleiben.