Gleichbehandlungs-Check prüfen mit gb-check.de

Wie wende ich den gb-check an?

Anwendung des Gleichbehandlungschecks Quelle: SFIO CRACHO/Shutterstock.com

Für die Prüfung stellt der gb-check drei Arten von Prüfwerkzeugen zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination angewendet werden können. Sie können damit sechs personalpolitische Handlungsfelder überprüfen. Im Praxishandbuch finden Sie hilfreiche Hinweise zur Anwendung.

Prüfwerkzeuge:

  • Statistiken schaffen Transparenz durch direkte statistische Vergleiche von anonymisierten Daten, differenziert nach Geschlecht, und liefern Hinweise für mögliche Benachteiligungen.

  • Verfahrensanalysen enthalten systematische Leitfragen, mit denen Ungleichbehandlungen in betrieblichen Regelungen und Abläufen aufgespürt und Chancen für mehr Gleichbehandlung sichtbar gemacht werden können.

  • Mit Paarvergleichen erfolgt eine direkte (anonymisierte) Gegenüberstellung einer weiblichen und eines männlichen Beschäftigten, wodurch Benachteiligungen auf der individuellen Ebene sichtbar gemacht werden können.

Handlungsfelder:

  • Stellenausschreibung: Betrachtet werden sowohl die Inhalte als auch das betrieblich eingesetzte Verfahren der Ausschreibung von Stellen. Dabei werden beispielsweise Beschreibungen zur Unternehmenskultur und betriebliche Praktiken der Rekrutierung von Personal einbezogen.

  • Personalauswahl (Einstellungen und beruflicher Aufstieg): Im Zentrum stehen Personalauswahlentscheidungen rund um die Themen (externe) Einstellung und (interner) beruflicher Aufstieg. Dazu gehören z.B. die Zugrundelegung einer zutreffenden Stellenbeschreibung, die gendersensible Auswertung von Bewerbungsunterlagen und das Führen von Bewerbungsgesprächen.

  • Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen: Themen der Analyse sind Mutterschutz, Eltern- und Pflegezeit, geringfügige Beschäftigung, Gefährdungsbeurteilung/Gesundheitsschutz und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.

  • Betriebliche Weiterbildung: Analysiert werden sowohl Aspekte einer gleichstellungsorientierten Weiterbildungsplanung als auch Fragen der Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen. Besonderes Augenmerk gilt der Prüfung, inwieweit den Weiterbildungsinteressen aller Beschäftigten gleichermaßen Rechnung getragen wird und die Voraussetzungen für eine Teilnahme von Teilzeitbeschäftigten und Beschäftigten mit Familienaufgaben berücksichtigt werden.

  • Beurteilungen von Leistungen, Potentialen und Kompetenzen: Hier interessiert vor allem, inwieweit die Kriterien und die betrieblichen Verfahren zur Beurteilung von Leistungen, Potentialen und Kompetenzen der Beschäftigten geschlechtsneutral sind und einen einheitlichen Bewertungsmaßstab gewährleisten.

  • Arbeitszeit: Geprüft werden betriebliche Arbeitszeitmodelle und -bedingungen insbesondere mit Blick auf Teilzeitbeschäftigte und Beschäftigte mit Familienpflichten. Wichtige Stichworte sind Arbeitszeitinteressen von Beschäftigten sowie familienfreundliche und gleichstellungsförderliche Arbeitszeiten, die sich an unterschiedlichen Lebensphasen orientieren.

Bei Fragen zur Anwendung wenden Sie sich bitte an Charlotte Kastner, charlotte.kastner[at]ads.bund.de, Telefon 03018 555 1812. Sie unterstützt Sie gern!